Nichts ist vollkommen

Heute hat mir jemand einen wunderschönen Text von Roland Peter Litzenburger geschenkt. Er bewegt mich so, dass ich ihn hier teilen möchte.

„Nur in der Vergebung sind wir schöpferische, lebendige Menschen. Ein Maler erlebt das. – Zum Beispiel, wenn er eine Linie gemacht hat und er sieht, dass sie nicht so gut ist… Dann schreibt er eine zweite, die der ersten hilft, besser oder dem gerechter zu werden, was sie, die erste, schon sagen wollte; aber die zweite ist auch noch nicht die beste! Und das geht dann so lange, bis jenes Bild erscheint, von dem die erste wie die letzte Line – oder Farbe – oder Form zu sagen versucht, was das Bild meint. Ein Bild ist: alles menschliche Leben, ja alles Leben überhaupt. Es ist nie vollkommen. Entscheidend ist, dass es lebendig bleibt in des Schöpfers unendlicher Phantasie – und dass wir es leben lassen. Das Bild ist nur vollkommen in dem, der es liebt.“ 

(Roland Peter Litzenburger, Rede zur Ausstellungseröffnung in Den Haag, 19. Mai 1978)

Ja, auch Zeichnen und Malen hat mit Vergebung und Barmherzigkeit zu tun! Das Unvollkommene akzeptieren lernen und doch danach streben, den eigenen Ausdruck zu vervollkommnen: das ist wirklich Lebenskunst. Welch eine Chance für den Künstler/die Künstlerin, eine gute Haltung zum Leben und zu sich selbst einzuüben!

Gabriele Koenigs

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