Gute Nachrichten

 

Vor 2 Wochen habe ich eine gute Nachricht bekommen. „Die Jury hat Sie ausgewählt, am Halbfinale des internationalen Aquarellwettbewerbs teilzunehmen.“ „Sie gehören zu den 294 besten Aquarellisten der Welt“.  Ich war total aus dem Häuschen vor lauter Freude. Natürlich hatte ich gehofft, so weit zu kommen. Schon als der Wettbewerb vor einem Jahr zum ersten Mal angekündigt wurde, dachte ich: Das möchte ich schaffen, ins Halbfinale zu kommen. Denn dann werden in der Zeitschrift „art of watercolour“  meine Bilder und mein Name veröffentlicht, und weltweit werden Künstler/innen und Kunstliebhaber/innen auf meine Werke aufmerksam. Aber dass ich es wirklich schaffen würde, war ja in keiner Weise sicher. Wie sehr habe ich mich dafür angestrengt, und wie sehr habe ich es gehofft! Als dann die Nachricht kam, haben mir die Hände und die Knie gezittert. Ich musste sofort meine Lehrerin anrufen und ein paar von meinen engsten Freunden. Einigen habe ich ein rundmail geschickt, um sie an meiner Freude teilhaben zu lassen. Denen, die ich an diesem Tag getroffen habe, habe ich es erzählt. Ich musste diese Freude einfach teilen. Und wie schön war es dann, die Glückwunsche zu bekommen und zu sehen, wie sich die anderen mit mir freuen. Freude vermehrt sich, wenn man sie teilt, sagt ein Sprichwort. Es ist wirklich so.

Gute Nachrichten müssen geteilt werden. Das war auch an Ostern so. Als die Jünger und die Freundinnen und Freunde von Jesus Jünger erfuhren, dass ihr Meister vom Tod erstanden ist, konnten sie das natürlich nicht für sich behalten. Diese Nachricht musste hinaus in die Welt. Wie gut kann ich das verstehen. Manchmal wurde sie nur hinter vorgehaltener Hand geteilt, mit Vorsicht. Und trotzdem: Das musste hinaus in die Welt. Keiner von ihnen hat erwartet, was geschehen ist. Es kam so vollkommen überraschend. Es sah so aus, als sei es mit Jesus vorbei. Und nun lebt er doch, und sein Wirkungskreis ist viel größer als jemals zuvor. Alle menschlichen Grenzen hat er hinter sich gelassen, und der Tod hat keine Macht über ihn. Wie könnte man so etwas verschweigen?

Seltsam: An gute Nachrichten kann man sich auch gewöhnen. Zwei Wochen ist es jetzt her, dass die gute Nachricht zu mir kam. Und schon habe ich mich dran gewöhnt. Vorgestern kam noch ein nachträglicher Glückwunsch zu mir, von einer Freundin, die nicht früher zurückschreiben konnte. Wie schön war es, durch ihre Freude meine Freude nochmals intensiver zu spüren.

An die Osterfreude haben wir uns auch schon gewöhnt, nicht wahr. Jedes Jahr kommt dieses Fest, beinahe schon seit 2000 Jahren. Manche lassen sich davon sowieso nicht berühren. Die Auferstehung Christi bedeutet ihnen nichts oder sie tun das als reine Erfindung ab. Für andere gehört es zu ihrem Glauben, unverzichtbar. Für mich ist es das wichtigste Fest im christlichen Festkreis. Und doch ist für uns die gute Botschaft von der Auferstehung nicht mehr so überraschend wie für die Frauen und die Jünger am ersten Ostertag. Wir wissen es ja schon, haben es so oft gehört und in der Bibel gelesen. Wir haben uns dran gewöhnt. Wie kann es geschehen, dass wir diese Freude spüren wie sie in Wirklichkeit ist:  umwerfend, überwältigend, Jubel ohne Ende? Wahrscheinlich brauchen wir die anderen, mit denen wir die Osterfreude teilen. Gemeinsam Osterlieder singen, einander den Ostergruß weitergeben, Gottesdienste mitfeiern: Durch das Teilen wird die Osterfreude aktualisiert und intensiver spürbar.

Ich wünsche allen ein frohes Osterfest. Und dass Sie Wege finden, um die Osterfreude mit anderen zu teilen!!!

Gabriele Koenigs

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